WIRTSCHAFT

In den vergangenen 50 Jahren haben die Preise für Edelsteine die generelle Teuerung mitgemacht ohne die sonst obligaten Schwankungen der Börsen mit zu machen. Man kann somit von einer moderaten krisensicheren Anlage sprechen. Damit ist jedoch nichts über die zukünftige Entwicklung ausgesagt. Falls die Schwellenländer sich im derzeitigen Tempo weiterentwickeln, ist mit unvorhergesehenen Preisaufschlägen zu rechnen.

Die erste preisbestimmende Abklärung ist der Unterschied zwischen echtem Stein, Synthese und Immitation. Dieses Spektrum umfasst mindestens 6 Grössenordnungen am Preis.

Bei der Wertabschätzung eines Edelsteins, muss einerseits zwischen Rohsteinen und geschliffenen Steinen, andererseits zwischen Diamanten und Farbsteinen unterschieden werden.

Rohsteine können schleifwürdig oder nicht sein, letztere fallen unter Sammlersteine in die Kategorie der Mineralien, wie sie an Mineralien-Börsen günstig angeboten werden. Um die Schleifwürdigkeit eines Edelsteins abzuschätzen braucht es detaillierte Sachkenntnisse, die einen Spezialisten erfordern, der auch sieht wie das Material gesägt werden muss und wieviel schlussendlich als geschliffener Stein vom Anfangsstein übrigbleibt.

Für Diamanten existieren Preislisten (Rapaport), die periodisch nachgetragen werden. Die Wertabschätzung ist hier auch einfacher, da die Bestimmung der 4C's am quasi fablosen Diamant standardisiert ist. Spezialisierte Labors graduieren Diamanten und bringen die Wertfaktoren der 4C's zu Papier. Sobald man es bei Diamanten mit stärkeren Farbnuancen zu tun hat, sogenannte „fancy“ Diamanten werden die Preisabstufungen ebenfalls „fancy“.

Die Abschätzung eines Preise ist für Farbsteine (Saphire, Rubine, Berylle, Turmaline, Topase um nur die häufigsten zu nennen) einiges schwieriger. Hier trifft man im Handel nicht nur auf das qualitativ höchste Segment, es werden alle Qualitäten gehandelt. Dieser Umstand erhöht die Variablen in geradezu drastischer Weise und hat bisher das Aufstellen von gängigen Preislisten verunmöglicht.

Als wichtigste Variablen seien hier erwähnt:

Einschlüsse

Grösse und Menge der Einschlüsse. Dies geht von blossem Auge nicht wahrnehmbar bis zur Farbveränderung durch Einschlüsse.

Farbintensität

Diese kann so stark werden, dass der Stein nicht mehr durchsichtig erscheint.

Farbnuancen

Eine Variable, die neben geographischer auch zeitlicher Vorlieben unterworfen ist

Herkunft

Saphire und Rubine von Burma, Smaragde von Kolumbien zum Beispiel spielen in einer höheren Klasse als Steine gleicher optischer Qualität anderer Herkunftsorte.

Grösse

Der Preis eines Steins ist nicht linear zu seiner Grösse. Die niedrigste Preiskategorie gilt für Steine bis zu ca 1 ct, die nächste Kategorie enthält Ringsteine, von ca 2-4 ct. Ferner unterscheidet man noch grössere Steine bis ca 10 ct und darüber kommen in einer weiteren Kategorie die grossen Steine über 10 ct.

Behandlung

Heute werden Edelsteine häufig einer Qualitätsverbesserung durch unterschiedlichste Behandlungsmethoden unterworfen. Eine etwaige Behandlung muss beim Handel deklariert werden und kann unter Umständen den Preis beeinflussen.